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Geschichtliche Entwicklung der Lahnau

Die Germitzer Mark um 800 n. Chr.

Um 800 wurde unser Gebiet erstmals als Germitzer Mark urkundlich erwähnt. Die Mark stellte eine politische bzw. wirtschaftliche Gebietseinheit dar.Sie bestand aus mehreren Dörfern und Siedlungen.
Die Grenze der Germitzer Mark bildete im Süden die Lahn von Heuchelheim bis zur Dillmündung bei Wetzlar, im Westen der Blasbach über den Bleidenberg bis zum Simberg, im Norden eine Linie über den Hof Bubenrod bis hin zum Bieberbach. Die natürliche Grenze im Osten bildete der Bieberbach selbst.
Durch Teilung der Herrschaft an der mittleren Lahn entstand im 10. Jahrhundert die Grafschaft Gleiberg. Weitere Teilung, Heirat und Verkauf brachten Atzbach und Dorlar im frühen 14. Jahrhundert schließlich unter die Herrschaft von Nassau-Weilburg.
Im 18. Jahrhundert kam es in Folge einer Verwaltungsreform zur Gründung des Amtes Atzbach. Es bestand aus 12 Dörfern. Sitz der Verwaltung war das Amtshaus in Atzbach. Nach dem Wiener Kongress fiel das Amt Atzbach 1815 an Preußen und gelangte damit zum Kreis Wetzlar.
Eine andere Entwicklung seiner Zugehörigkeit nahm Waldgirmes.Der Ort gehörte zunächst zur Grafschaft Solms-Königsberg und geriet im 14. Jahrhundert durch Verkauf in den Besitz der Hessischen Landgrafen.Etliche Rechte blieben jedoch beim Hause Solms. Erst mit dem Vertrag von 1629/30 erhielt Hessen-Darmstadt die alleinige Herrschaft. Das hessische Amt Königsberg bestand bis 1821. Danach gelangte Waldgirmes zum Kreis Giessen.

Grenzkarte von 1777

Um 1700 standen auf der Landesgrenze zwischen Waldgirmes, Atzbach und Dorlar 19 Grenzsteine. 1777 waren es bereits 60 Grenzsteine, was die Bedeutung dieser Grenze zwischen Hessen-Darmstadt und Hessen-Weilburg eindrucksvoll zeigt. Erhaltene Grenzsteine weisen auf die jeweilige Landeszugehörigkeit hin. Die Bezeichnung GH steht für das Großherzogtum Hessen, KP für das Königreich Preußen.
Noch heute lassen sich diese Grenzen erkennen. Die alten Hessen-Darmstädter Gebiete gehören im Regelfall zur evangelischen Kirche in Hessen und Nassau mit Sitz in Darmstadt, die altpreußischen Gebiete zur evangelischen Kirche im Rheinland mit Sitz in Düsseldorf. Nach dem Deutsch-Deutschen Krieg 1866 kam Waldgirmes ebenfalls unter preußische Herrschaft. Das Dorf gehörte von 1867-1932 zum Kreis Biedenkopf. Durch die große Entfernung waren Reisen in die neue Kreisstadt - ob mit der Postkutsche oder mit der Eisenbahn - jetzt sehr umständlich und zeitraubend. Das änderte sich erst mit der Kreisreform im Jahr 1932 als Waldgirmes zum Kreis Wetzlar kam. Dadurch fanden sich die Gemeinden Atzbach, Dorlar und Waldgirmes in einem Kreisgebiet zusammen. Seit 1979 gehören die drei Dörfer zum Lahn-Dill-Kreis.
Autor: Dr. Walter Dehnert

INFORMATION

GEMEINDE LAHNAU

Museum Lahnau - Hedwig Schmidt Haus - Friedenstraße 20 - 35633 Lahnau-Waldgirmes Telefon: 06441 - 64522
Öffnungszeiten: Mittwochs von 15.00 - 17.00 Uhr - von März bis Oktober jeden ersten Sonntag im Monat von 15-00 Uhr - 17.00 Uhr sowie nach Vereinbarung.